Übergewicht beim Tier

Übergewicht: das stille Leiden, das unsere Tiere bedroht

Aktualisiert am 21. April 2026

Heute geht man davon aus, dass mehr als 50 % der Hunde und Katzen in Europa übergewichtig oder fettleibig sind. Was oft als „niedlich“ oder als Zeichen von Naschlust gilt, ist in Wahrheit eine komplexe Erkrankung, die die Lebenserwartung unserer Begleiter im Schnitt um zwei Jahre verkürzt. Übergewicht ist kein rein optisches Problem, sondern eine chronische Entzündung des gesamten Organismus.

Warum nehmen unsere Tiere zu?

Der Mechanismus ist einfach, die Ursachen sind vielfältig. Übergewicht entsteht, wenn die Energiezufuhr (Futter) den Energieverbrauch (Bewegung) übersteigt. Mehrere Faktoren begünstigen dieses Ungleichgewicht:

  • Bewegungsmangel: besonders bei Wohnungskatzen oder Hunden, die nur für ihr Geschäft nach draußen gehen.
  • Kastration: Sie senkt den Energiebedarf um etwa 20 bis 30 %. Wird die Ration nicht angepasst, sind Fettpolster unvermeidlich.
  • Vermenschlichung: Liebe über Futter ausdrücken wollen (das „Oma-Syndrom“) und immer mehr Leckerlis oder Essensreste geben.
  • Schlechte Futterqualität: Futter mit zu vielen Kohlenhydraten und zu wenig hochwertigem Eiweiß sättigt schlechter, sodass das Tier mehr bettelt.

Ernste Folgen für die Gesundheit

Ein fettleibiges Tier ist kein gesundes Tier. Die damit verbundenen Risiken sind zahlreich:

  • Diabetes mellitus: besonders häufig bei übergewichtigen Katzen.
  • Gelenkprobleme: Das Übergewicht nutzt den Knorpel vorzeitig ab (Arthrose) und erhöht das Risiko eines Kreuzbandrisses.
  • Herz- und Atemprobleme: Das Herz muss mehr leisten, um einen zu großen Körper zu versorgen, und das Fett im Brustkorb behindert die Atmung.
  • Nieren- und Leberinsuffizienz: Die Organe sind mit Giftstoffen und Fetten überlastet.
  • Narkoserisiko: Ist eine Operation nötig, ist die Narkose bei einem fettleibigen Tier deutlich riskanter.

Wie erkenne ich, ob mein Tier zu dick ist?

Verlassen Sie sich nicht nur auf die Zahl auf der Waage. Tierärzte nutzen den Body Condition Score (BCS), eine Skala von 1 bis 9, die auf Betrachten und Abtasten beruht:

  • Die Rippen: Sie sollten unter einer dünnen Fettschicht leicht zu ertasten sein, ohne fest zu drücken.
  • Die Taille: Von oben betrachtet sollte eine deutliche „Wespentaille“ zu sehen sein.
  • Der Bauch: Im Profil sollte der Bauch nach hinten ansteigen und weder hängen noch parallel zum Boden verlaufen.

Zurück zum Idealgewicht mit Son Espace Santé

Abnehmen muss langsam und unter tierärztlicher Begleitung erfolgen (machen Sie nie eigenmächtig eine „Crash-Diät“). Die App Son Espace Santé ist das ideale Werkzeug dafür:

  • Gewichtskurve: Wiegen Sie Ihr Tier alle 15 Tage. Ein Verlust von 1 % des Körpergewichts pro Woche ist das ideale, sichere Ziel.
  • Portionstagebuch: Notieren Sie genau die Grammzahl der von der Tierarztpraxis verordneten Ration, um ein Abweichen zu vermeiden.
  • Leckerli-Zähler: Werden Sie sich bewusst, was Ihr Tier außerhalb seines Napfes alles frisst. Oft versteckt sich genau dort der Kalorienüberschuss.
  • Aktivitätstagebuch: Erfassen Sie die Dauer der Spaziergänge oder Spieleinheiten, um sicherzugehen, dass es sich jeden Tag genug bewegt.

Kurz gesagt: Wenn Sie das Gewicht Ihres Tieres senken, schenken Sie ihm zusätzliche Tage und Jahre in guter Verfassung. Es ist eines der schönsten Geschenke, die Sie ihm machen können, um seine Beweglichkeit und Lebensfreude zu erhalten.

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